ERGÜL CENGIZ I NATRIXMATRIX

 

ERÖFFNUNG │  FREITAG, 17. FEBRUAR 2012 │  19 – 21 UHR │  MEHRINGDAMM 33 │  10961 BERLIN

NATRIXMATRIX – Ergül Cengizʼ Bilder sind auf den ersten Blick farbintensive abstrakte Kompositionen, doch schon auf den zweiten Blick öffnen sie sich, entfaltet sich kaleidoskopartig ein breites Spektrum unterschiedlichster Elemente wie Abendländische Muster und Ornamente, Motive aus Op-Art und Stillleben-Malerei, Landschaften, Tiere und Menschen. Aus diesen schafft die Künstlerin ihre eigene Bildsprache, bestehend aus der Kombination von raum- und zeitlosen Komponenten mit narrativen Bildstrukturen.

 

Angelehnt an die Technik des Cut-Out, überträgt Cengiz ihre Malerei ins Dreidimensionale. Ihre Gemälde bestehen aus sich überlagernden und ineinander greifenden Schichten. In der Arbeit „Exuvive“ (2011) verfließen Blumenarrangements wie wir sie aus Niederländischen Stillleben kennen mit schlangenähnlichen Geflechten. Es gibt, so die Künstlerin, „keine Hierarchien. Die Leinwand ist bis zum letzten Winkel bearbeitet und mit Informationen gefüllt. Dadurch ergibt sich ein Widerspruch zum klassischen Bildaufbau, indem nicht auf eine Steigerung zur Bildmitte hingearbeitet wird und stattdessen das Bild in unendlich viele Einzelteile zerfällt, die keiner hierarchischen Gliederung unterliegen. Das Bildformat wirkt auf diese Weise wie ein Ausschnitt einer sich unendlich fortsetzenden Struktur.“

 

In ihrer Wahrnehmung erinnern die Arbeiten zudem an die Op-Art der fünfziger und sechziger Jahre. Die Kombination aus immer wiederkehrenden Motiven und ihre räumliche Anordnung wie in der Arbeit „Serpentes“ erzeugen beim Betrachter eine ungeheure Tiefenwirkung.

 

Spielerisch wie der Titel der Ausstellung „NATRIXMATRIX“ sind auch Cengizʼ Arbeiten. Sie verführen den Betrachter, ziehen ihn in ihren Bann, fordern das Auge auf, ständig neue Wege zu erkunden. Aufgewachsen in Deutschland als Kind türkischer Eltern, positioniert Cengiz sich in ihren Gemälden bewusst zwischen der Kunsttradition des Westens und der islamischen Welt und spannt einen Bogen zwischen diesen beiden sehr gegensätzlichen Bildtraditionen. Sie hinterfragt die Sehgewohnheiten und gibt dem Betrachter einen Impuls zur Auseinandersetzung mit beider Kulturen.

 

ERGÜL CENGIZ 1975 in Moosbach an der Isar I Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Hans Baschang, München I Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste bei Prof. Alexander Roob, Gunter Reski, Hamburg I 2004 Diplom bei Prof. Werner Büttner I seit 2004 Teil der Künstlerinnen Gruppe 3 Hamburger Frauen I  Teilnahme an verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen u.a. in München, Stuttgart, Hamburg, Wien, Istanbul I lebt und arbeitet in München



Claudia Vitari │ Solo Show
APR - MAI 2012 │ Mehringdamm 33